Projektförderung mit Unterstützung des OPM-Programms der Waldenserkirche

Das OPM- Programm der Evangelischen Waldenserkirche in Italien unterstützt Projekte aus dem Bereich Bildung und Sozialdiakonie im Projektkatalog des GAW. OPM bedeutet "otto per mille" und weist auf die italienische Kultussteuer hin. Die OPM-Steuer wurde 1984 in Italien eingeführt und beträgt acht Promille der Lohn- bzw. Einkommensteuer. Die OPM-Mittel ermöglichen der Waldenserkirche, sich für die italienische Gesellschaft zu engagieren. Bis zu 40 % der Mittel gehen jedoch mithilfe ausländischer Partnerorganisationen in die Unterstützung weltweiter Projekte.

Projekte 2024

Brasilien: Bildung, Diakonie und Zukunftschancen

Viele Schülerinnen und Schüler der Schulen der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien kommen aus armen, oft ländlichen Familien und können sich eine höhere Schul- oder Ausbildung nur mit Hilfe von Stipendien leisten. Die Evangelische Waldenserkirche unterstützt das Stipendienprogramm der Kirche mit Mitteln aus ihrem OPM-Programm. Zudem trägt sie finanziell zum laufenden Betrieb der diakonischen Ausbildungsstätte ADL in Brasilien bei, um den Schülerinnen und Schülern dort eine kostenfreie Ausbildung sowie Unterkunft und Verpflegung auf dem Schulcampus zu ermöglichen.

Brasilien: Spielend die Natur entdecken

Im evangelischen Kindergarten in Novo Hamburgo entstand mit Unterstützung des OPM-Programms der Evangelischen Waldenserkirche in Italien ein überdachter Spiel- und Lernbereich im Freien. Kinder können hier geschützt vor Sonne und Regen spielen, malen, basteln und andere kreative Projekte umsetzen. Im Garten lernen sie, Pflanzen zu pflegen, Bäume zu setzen und den Lebensraum um sie herum bewusst wahrzunehmen.

Auch die Nachbarschaft profitiert: Der Raum bietet Platz für kleine Veranstaltungen, Begegnungen und Austausch.

Deutschland: Lebendige Lern- und Begegnungsräume

Die Evangelische Schule Berlin-Neukölln schafft mit reformpädagogischem Profil und evangelischem Bildungsangebot einen Raum, in dem Kinder und Jugendliche unabhängig von sozialer Herkunft gleiche Bildungschancen erhalten. Mit Unterstützung aus dem OPM-Programm der Evangelischen Waldenserkirche in Italien konnte die Schule ihren Schulflur möblieren: mit Tischen, Stühlen und Bänken. Die Schülerinnen und Schüler haben aktiv die Planung und den Aufbau der Möbel mitgestaltet.

Die Flure sind nun lebendige Treffpunkte zum Lernen, Austauschen und Entspannen. Durch ihre aktive Mitarbeit haben die Schülerinnen und Schüler Verantwortung übernommen, Kreativität gezeigt und das Gemeinschaftsgefühl gestärkt.

Estland: Kreatives Café für Frauen in Kohila

Das Kreativ-Café in Kohila bringt Frauen aus verschiedenen Lebenssituationen zusammen wie junge Mütter, ältere Frauen, Frauen ohne Job. In einem geschützten Rahmen können sie kreativ tätig werden, sich austauschen und Freundschaften knüpfen. Bei Malen, Gestalten und Kochen stärken die Teilnehmerinnen ihr Selbstvertrauen, bauen Stress ab, erleben Freude am Miteinander und knüpfen unterstützende Netzwerke. Auch Menschen mit Behinderungen nehmen teil, sodass Integration, Zusammenhalt und gegenseitige Hilfe gefördert werden. Das Kreativcafé wurde im Jahr 2024 mit Mitteln aus dem OPM-Programm der Evangelischen Waldenserkirche in Italien unterstützt.

Estland: Sicheres Zuhause für Menschen in Not

Im diakonischen Zentrum in Risti finden Menschen in Krisensituationen, darunter auch Geflüchtete, Schutz und Hilfe. Mit Unterstützung des OPM-Programms der Evangelischen Waldenserkirche in Italien konnten die alten, unsicheren Schornsteine abgerissen und neue errichtet werden – ein wichtiger Schritt, um das Gebäude langfristig sicher und Bewohnbar zu machen.

In den weiteren Bauphasen soll das Gebäude unter anderem mit einem renovierten Dach, moderner Elektrik und autarker Wasserversorgung weiter modernisiert und zukunftssicher gestaltet werden.

Litauen: Ein Dach für gelebte Nächstenliebe

Im Diakonischen Zentrum in Smalininkai (Region Jurbarkas) finden bedürftige Familien und konkrete Unterstützung durch die Ausgabe von Kleidung, Möbeln und weiteren Hilfsgütern. Gerade in den vergangenen Jahren ist der Bedarf stark gewachsen. Auch Menschen, die aus Kriegs- und Krisengebieten nach Litauen geflüchtet sind, finden hier Hilfe. Das Diakonische Zentrum in Smalininkai ist ein Ort der Hoffnung und der gelebten Nächstenliebe.
Damit die Hilfe langfristig gesichert ist, wurde mit Hilfe des OPM-Programms der Evangelischen Waldenserkirche in Italien das undichte Dach saniert. Die beschädigte Holzkonstruktion ist durch eine stabile neue Dachstruktur mit Dämmung und Ziegeln ersetzt worden. So sind Kleidung, Möbel und andere Hilfsgüter trocken und sicher gelagert und können zuverlässig an Bedürftige ausgegeben werden.

Polen: Neue Heizungsanlage für das Pflegeheim Emaus

Im Pflegeheim „Emaus“ in Dzięgielów verbringen alte, pflegebedürftigen Menschen ihren Lebensabend in Würde. Die alte Heizungsanlage aus den Jahren 1977–1981 war über 40 Jahre im Einsatz und arbeitete zuletzt immer unzuverlässiger. Für ein medizinisches Pflegeheim ist eine funktionierende Heizung und durchgehend warmes Wasser jedoch rund um die Uhr lebensnotwendig. Dank der Förderung durch das OPM-Programm der Evangelischen Waldenserkirche in Italien konnte eine neue Heizungsanlage installiert werden.

Polen: Integrativer Kindergarten wird umweltfreundlich

Der evangelische Kindergarten in Zelów ist ein Ort der Gemeinschaft, an dem mehr als 90 Kinder gemeinsam lernen und aufwachsen – darunter auch Kinder mit Behinderungen. Inklusion, Fürsorge und ein respektvolles Miteinander stehen im Mittelpunkt.

Mit Unterstützung aus Mitteln des OPM-Programms der Evangelischen Waldenserkirche in Italien konnten eine Photovoltaikanlage und zwei Wärmepumpen installiert werden, die den Kindergarten mit Energie versorgen. Das senkt langfristig Kosten und trägt zugleich zum Klimaschutz bei.

Portugal: Unterstützung für ältere Menschen und marginalisierte Frauen

Die Presbyterianische Kirche in Portugal setzt sich für ältere Menschen und sozial benachteiligte Frauen ein. In Lissabon sorgt das Projekt „My Brother's Keeper“ dafür, dass bedürftige ältere Menschen gesunde Mahlzeiten über eine Lebensmittelausgabe erhalten, Medikamentenkosten übernommen werden und ein Besuchsdienst Einsamkeit vorbeugt. In Damaia, einem Vorort von Lissabon, bietet das Projekt „Threads of Healing“ Nähworkshops für ältere, sozial benachteiligte und arbeitslose Frauen an, um Begegnung zu ermöglichen, Einsamkeit zu verhindern und das psychische Wohlbefinden zu stärken.

Beide Projekte fördern Teilhabe, soziale Kontakte und das Gefühl von Wertschätzung und werden mit Mitteln aus dem OPM-Programm der Evangelischen Waldenserkirche gefördert.

Rumänien: Faire Chance für arme Kinder

In vielen Dörfern Rumäniens haben es Kinder aus armen Familien, besonders aus der Minderheit der Roma, schwer. Ohne Unterstützung verlieren sie oft früh den Anschluss in der Schule und an die Gesellschaft. Die Diakonia Cluj bietet in verschiedenen Dörfern eine Kinderbetreuung an. Sozialarbeiterinnen helfen bei den Hausaufgaben, achten auf die Gesundheit der Kinder und bauen unterstützenden Kontakt zu den Elternhäusern auf. Ein Schlüssel zum Erfolg des Projektes ist die Betreuung der Kinder bereits im Vorschulalter. Hier werden sie intensiv auf den Schuleintritt vorbereitet. Die Erfolge sind beeindruckend: In den vergangenen Jahren hat kein einziges Kind, das am Programm teilnimmt die Schule abgebrochen. Das Projekt zeigt: Wenn Kinder von klein auf eine faire Chance bekommen, können sie ihre Talente entfalten und den Kreislauf der Armut hinter sich lassen.

Das Projekt wurde im Jahr 2024 mit Mitteln aus dem OPM-Programm der Evangelischen Waldenserkirche in Italien gefördert.

Rumänien: Solarstrom für das Schülerwohnheim in Sibiu

Die Evangelische Kirche A.B. in Rumänien betreibt in Sibiu ein Wohnheim für Schülerinnen und Schüler, die abgelegenen Dörfern wohnen und in Sibiu zur Schule gehen. Das Wohnheim bietet ihnen unter der Woche nicht nur Unterkunft und Verpflegung, sondern begleitet sie auch in ihrem schulischen Alltag – mit pädagogischer Unterstützung und psychologischer Begleitung durch ein engagiertes Betreuungsteam.

Mit Mitteln aus dem OPM-Programm der Evangelischen Waldenserkirche in Italien wurden ein Solarsystem, eine Wärmepumpe und eine solarbetriebene Warmwasseranlage installiert. Damit wird nicht nur die Umwelt geschont, sondern das Wohnheim spart auch Energiekosten.

Serbien: Lebendige Gemeinschaft für ältere Menschen

Viele ältere Menschen in Novi Sad haben kaum soziale Kontakte, leiden unter Einsamkeit, Isolation. Die Ökumenische Hilfsorganisation EHO unterstützt sie mit kreativen Workshops, die Malen, Schreiben und andere kulturelle Aktivitäten umfassen. Gefördert durch Mittel des OPM-Programms der Evangelischen Waldenserkirche in Italien, können Senioren neue Fähigkeiten entdecken, soziale Kontakte knüpfen und ihr Wissen an die nächste Generation weitergeben. So werden Isolation verringert und Lebensqualität gestärkt.

Tschechien: Integration von Minderheiten

Minderheiten in der Tschechischen Republik stehen vor gesellschaftlichen Herausforderungen. Besonders Roma, Geflüchtete, religiöse Minderheiten sowie LGBT-Personen erleben immer wieder Vorurteile, Ausgrenzung und eingeschränkte Chancen etwa im Bildungs- oder Arbeitsbereich.

Vor diesem Hintergrund engagiert sich die Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder mit einer eigenen Stelle für die Integration von Minderheiten. Pfarrer Mikuláš Vymětal arbeitet in engem Kontakt mit Roma-Gemeinschaften, Geflüchteten, LGBT-Personen sowie religiösen Minderheiten wie Juden und Muslimen. Er unterstützt Menschen dabei, sich im Alltag der tschechischen Gesellschaft zu orientieren, und leistet besonders für Geflüchtete und Roma auch konkrete humanitäre Hilfe.

Darüber hinaus setzt er sich öffentlich gegen Rassismus ein, arbeitet mit Medien zusammen, vernetzt Hilfsorganisationen und bietet Seminare zur Situation von Minderheiten im Land an.

Tschechien/Ungarn Ferien für Menschen mit Behinderung

Die Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder in Tschechien und die Reformierte Kirche in Ungarn bieten Ferienprogramme für Menschen mit Behinderungen und deren Familien an. In Tschechien finden jährlich sechs Sommercamps statt, an denen 400 bis 500 Teilnehmende zusammenkommen. Spezielle Therapeuten begleiten die Kinder, Jugendlichen und ihre Familien, sorgen für Unterstützung und Entlastung und ermöglichen Begegnungen mit anderen Familien in ähnlichen Lebenssituationen. In Ungarn finden Menschen mit Behinderung und deren Angehörige im „Haus der Versöhnung“ in Berekfürdo Erholung, Therapie und sowie gemeinsame und integrative Erlebnisse.

Die Ferienprogramme sind ein wichtiger Beitrag zu Inklusion und Teilhabe und werden mit Mitteln des OPM-Programms der Evangelischen Waldenserkirche gefördert.

Ukraine: Hilfe für Kinder und Jugendliche mit Behinderung

Die Reformierte Kirche in Transkarpatien betreibt zwei Tageszentren für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen. Insgesamt 90 Kinder und Jugendliche aus 30 Dörfern werden hier betreut. Sie werden morgens von zu Hause abgeholt und am Nachmittag wieder zurückgebracht. Ein engagiertes Team aus Fachkräften, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Küchenpersonal begleitet sie täglich und sorgt auch für gesunde Mahlzeiten.

Die beiden Zentren sind für die Familien der Kinder und Jugendlichen eine unverzichtbare Stütze. Sie bieten nicht nur Förderung und Struktur, sondern auch Gemeinschaft, Sicherheit und Wertschätzung.

Wegen des Krieges mussten beide Zentren ihre Keller zu Luftschutzbunkern ausbauen. Die Evangelische Waldenserkirche in Italien hat mit Mitteln aus ihrem OPM-Programm geholfen.

Ungarn: Gemeinsam gebaut – gemeinsam gewachsen

Die Evangelische Diakonie Ungarn hat in den vergangenen Jahren in Pilis ein lebendiges Gemeindezentrum für Roma-Familien und ihre Kinder aufgebaut. Mit Unterstützung durch Mittel aus dem OPM-Programm der Evangelischen Waldenserkirche in Italien konnte das Zentrum 2024 um einen neuen Außenbereich erweitert werden, der heute als offener Treffpunkt für Begegnung und gemeinsames Lernen dient.

Im Rahmen eines Sommer-Baucamps arbeiteten ein lokaler Roma-Handwerker, zwölf Architekturstudierende und Roma-Jugendliche eng zusammen, um diesen Gemeinschaftsraum zu planen und zu gestalten. Dabei entstand nicht nur ein funktionaler Ort für künftige Programme mit bis zu 40 Teilnehmenden – auch Vorurteile wurden abgebaut und neue Perspektiven gewonnen. Der gemeinsame Einsatz förderte Respekt, gegenseitiges Verständnis und echtes Miteinander. Der neue Außenbereich ist heute mehr als nur ein bauliches Ergebnis: Er steht symbolisch für Zusammenarbeit, Teilhabe und die Chance, Brücken zwischen Roma- und Nicht-Roma-Jugendlichen zu bauen.